Kraftfahrzeugmechatroniker/ -innen
Was macht ein Kfz-Mechatroniker/eine Kfz-Mechatronikerin?
Der Beruf des Kfz-Mechatronikers bzw. der Kfz-Mechatronikerin ist ebenso technisch wie abwechslungsreich. Als Kfz-Mechatroniker/in arbeitet man mit moderner Technik und Diagnosesystemen an Fahrzeugen aller Art – von Pkw über Nutzfahrzeuge bis hin zu Hybrid- und Elektrofahrzeugen. Man führt Wartungen und Reparaturen durch, analysiert Fehlerquellen, tauscht defekte Bauteile aus und sorgt dafür, dass Fahrzeuge sicher und zuverlässig funktionieren. Neben mechanischen und elektrischen Komponenten gewinnt auch die Software in heutigen Fahrzeugen zunehmend an Bedeutung – Kfz-Mechatroniker/innen müssen sich also mit modernster Fahrzeugtechnik bestens auskennen.
Welche Anforderungen werden an Kfz-Mechatroniker/innen gestellt?
Interesse an Fahrzeugtechnik und Elektronik/Elektrotechnik
Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein
gute mathematische und physikalische Kenntnisse
Wie werde ich Kfz-Mechatroniker/in?
Wer Kfz-Mechatroniker/in werden möchte, muss sich um einen Ausbildungsplatz in einem Kfz-Betrieb bewerben. Ausbildungsbetriebe findet man unter anderem über die Kreishandwerkerschaft (Bocholt/Europaplatz). Der Ausbildungsbetrieb übernimmt die Anmeldung der Auszubildenden zum Berufsschulunterricht am Berufskolleg Bocholt-West.
Wie lange dauert die Ausbildung?
Die Ausbildung dauert in der Regel 3,5 Jahre. Bei guten schulischen und betrieblichen Leistungen ist unter bestimmten Voraussetzungen eine Verkürzung auf drei oder sogar zweieinhalb Jahre möglich.
Welche Qualifikationen erhalte ich?
Die Ausbildung schließt mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer ab. Während der Ausbildungszeit wird in der Berufsschule der Berufsschulabschluss erworben, was in der Regel dem Erweiterten Ersten Schulabschluss entspricht. Wer gute schulische Leistungen nachweist und entsprechende Englischkenntnisse mitbringt, kann zusätzlich den Mittleren Schulabschluss (Fachoberschulreife) erhalten.
Der Unterricht für angehende Kfz-Mechatroniker/innen findet in modern ausgestatteten Fachräumen und Kfz-Werkstätten statt. Jeder Unterrichtsraum verfügt über einen Computer mit Internetzugang, Beamer und Präsentationstechnik. Darüber hinaus gibt es einen Klassensatz von 21 Laptops, um so eine individuelle Bearbeitung des unterrichtbegleitenden Lernmanagementsystems „Electude“ zu ermöglichen.
Für den praxisnahen Unterricht stehen mehrere Kfz-Arbeitsplätze mit Hebebühnen, Diagnosesystemen und aktueller Werkstattausrüstung zur Verfügung. Neben Verbrennungsmotoren kommen zunehmend auch Hybrid- und Elektrofahrzeuge zum Einsatz – das Berufskolleg ist hierfür technisch bestens vorbereitet und versucht stets die aktuellen Entwicklungen im Fahrzeugtechnikbereich abzubilden.
Die Auszubildenden haben je nach Ausbildungsjahr an einem bis zwei Tagen pro Woche Berufsschulunterricht mit etwa neun Unterrichtsstunden. Der Unterricht besteht dabei neben dem Fachunterricht aus den Fächern Wirtschafts- und Betriebslehre, Politik, Deutsch/Kommunikation, Fremdsprache, Religion und Sport- und Gesundheitstraining.
Der Fachunterricht ist in Lernfelder gegliedert, die sich an typischen Aufgaben und Prozessen im Kfz-Gewerbe orientieren. Innerhalb dieser Lernfelder bearbeiten die Schüler/innen praxisnahe, berufstypische Problemstellungen – sogenannte „Lernsituationen“.
- Lernfeld 1: Fahrzeuge und Systeme nach Vorgaben warten und inspizieren
- Lernfeld 2: Einfache Baugruppen und Systeme prüfen, demontieren, austauschen und montieren
- Lernfeld 3: Funktionsstörungen identifizieren und beseitigen
- Lernfeld 4: Umrüstarbeiten nach Kundenwünschen durchführen
- Lernfeld 5: Inspektionen und Zusatzarbeiten durchführen
- Lernfeld 6: Funktionsstörungen an Bordnetz-, Ladestrom- und Startsystemen diagnostizieren und beheben
- Lernfeld 7: Verschleißbehaftete Baugruppen und Systeme instand setzen
- Lernfeld 8 Mechatronische Systeme des Antriebsmanagements diagnostizieren
- Lernfeld 9: Serviceaufgaben an Komfort- und Sicherheitssystemen durchführen
- Lernfeld 10: Schäden an Fahrwerks- und Bremssystemen instand setzen
- Lernfeld 11: Vernetzte Antriebs-, Komfort- und Sicherheitssysteme diagnostizieren und instand setzen
- Lernfeld 12: Fahrzeuge für Sicherheitsprüfungen und Abnahmen vorbereiten
4. Ausbildungsjahr
- Lernfeld 13: Antriebskomponenten reparieren
- Lernfeld 14: Systeme und Komponenten aus-, um- und nachrüsten
Berufsbezogener Lernbereich
- Fahrzeugtechnik
- Diagnosetechnik
- Instandhaltungssysteme
- Wirtschafts- und Betriebslehre
- Fremdsprachliche Kommunikation (z. B. Englisch in der Werkstattpraxis)
Berufsübergreifender Lernbereich
- Deutsch/Kommunikation
- Religionslehre
- Politik/Gesellschaftslehre
- Sport/Gesundheitsförderung
Zum Ende des zweiten Ausbildungsjahres findet die Gesellenprüfung Teil 1 statt. Nach dreieinhalb Jahren endet die Ausbildung mit der Gesellenprüfung Teil 2 vor der Handwerkskammer. Beide Prüfungen bestehen aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Im praktischen Teil der Abschlussprüfung führen die Auszubildenden eine komplexe Arbeitsaufgabe aus, z. B. das Diagnostizieren und Instandsetzen eines fahrzeugtechnischen Systems.