Friseurin/Friseur

Was macht eine Friseurin/ein Friseur?

Friseurinnen und Friseure sind kreative Künstlerinnen und Künstler, die sich auf die Gestaltung von Haaren spezialisiert haben. Dabei umfasst ihr Tätigkeitsfeld weit mehr als das reine Schneiden und Frisieren der Haare. Sie beraten ihre Kundinnen und Kunden individuell, um den perfekten Look zu finden. Dabei berücksichtigen sie stets die Gesichtsform, den Stil, die Haar- und Kopfhautgegebenheiten sowie persönliche Vorlieben. Ihre Aufgaben reichen vom Kürzen und Stylen der Haare bis hin zu Haarfärbungen und -tönungen, speziellen Strähnentechniken, Umformungen und ausgewählten Behandlungen zur Haarpflege. Außerdem kreieren sie atemberaubende Frisuren für besondere Anlässe wie Hochzeiten und Partys. Ständige Weiterbildung und das Verfolgen aktueller Trends sind für sie essenziell, um ihren Kundinnen und Kunden die besten Dienstleistungen anzubieten. Dieser abwechslungsreiche Beruf vereint Kreativität, Handwerkskunst und soziale Kompetenz und bietet vielfältige Möglichkeiten für alle, die eine Leidenschaft für Mode und Schönheit haben.

Welche Anforderungen werden an Friseurinnen/Friseure gestellt?

  • Kreativität
  • Handwerkliches Geschick
  • Spaß am Umgang mit Menschen
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Teamfähigkeit
  • Soziale Kompetenz
  • Flexibilität
  • Eigenverantwortung

Wie werde ich ich Friseurin/Friseur?

Für den Beruf der Friseurin/des Friseurs, sind keine Eingangsvoraussetzungen festgelegt.
Wer Friseurin/Friseur werden möchte, muss sich in einem Friseursalon um einen Ausbildungsplatz bewerben. Die Adressen von Ausbildungsbetrieben können bei der Kreishandwerkerschaft (Bocholt/Europaplatz) erfragt werden. Der Ausbildungsbetrieb meldet die Auszubildende/den Auszubildenden zum Berufsschulunterricht am Berufskolleg Bocholt-West an.

Wie lange dauert die Ausbildung?

In der Regel dauert die Ausbildung drei Jahre. Die Ausbildungszeit kann für besonders leistungsstarke bzw. förderbedürftige Auszubildende verkürzt bzw. verlängert werden.

Welche Qualifikationen erhalte ich?

Die duale Berufsausbildung endet mit einer Berufsabschlussprüfung vor der zuständigen Stelle (Kammer). Unabhängig von dem Berufsabschluss wird in der Berufsschule der Berufsschulabschluss zuerkannt, wenn die Leistungen am Ende des Bildungsganges den Anforderungen entsprechen. Mit dem Berufsschulabschluss wird der Erweiterte Erste Schulabschluss und bei entsprechendem Notendurchschnitt und dem Nachweis der notwendigen Englischkenntnisse der Mittlere Schulabschluss (Fachoberschulreife) zuerkannt.

Die Friseurinnen und Friseure verfügen an unserer Schule über einen eigenen Klassenraum, ein Friseur- und Kosmetiklabor. Diese Räumlichkeiten sind medial bestens ausgestattet und lassen dem handlungsorientierten Unterricht keine Wünsche offen.

Am Berufskolleg Bocholt-West wird seit vielen Jahren das Konzept der „Ganztagsberufsschule in der gesunden Schule“ (GigS) erfolgreich praktiziert. Das bedeutet, dass die Schülerinnen und Schüler in jedem Ausbildungsjahr wöchentlich nur an einem Berufsschultag mit zehn Schulstunden unterrichtet werden. Hinzu kommen pro Ausbildungsjahr zwei Blockwochen, in denen die Auszubildenden ganzwöchig in der Berufsschule unterrichtet werden. In diesen Blockwochen werden neben der Erarbeitung neuer Themenbereiche, die erlernten Inhalte intensiviert und vertieft, um die Auszubildenden optimal auf die Prüfungen vorzubereiten. Exkursionen zur BGW (Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege) ins Studio78, zu Fachschulen der Firma Wella oder Goldwell, sowie der Besuch von Trendseminaren oder Fachmessen sorgen für Abwechslung und bieten die Möglichkeit den aktuellen Stand der neuen Trends und Techniken aus erster Hand kennenzulernen.

Die GigS sieht ebenfalls vor, dass die Auszubildenden in der Schulzeit ein gemeinsames Obstfrühstück zu sich nehmen und mittags gemeinsam Essen gehen. Das Mittagessen wird in der schuleigenen Küche von Schülerinnen und Schülern des Berufskollegs Bocholt-West vorbereitet und gewährleistet eine gesunde ausgeglichene Mahlzeit. Wasser steht für die Auszubildenden unbegrenzt zur Verfügung. Neben dem Ernährungskonzept beinhaltet die Unterrichtsorganisation nach GigS ein Bewegungskonzept. Dies bedeutet, dass während des zehnstündigen Unterrichtstages, bewusst Bewegungspausen in den Unterricht integriert werden.

Eine enge Verzahnung von Theorie und Praxis ist für den Bildungsgang elementar. Deshalb werden die Inhalte in theoretischen sowie fachpraktischen Einheiten anschaulich und zum Teil experimentell erarbeitet.

Derzeitige Einteilung der Berufsschultage:

  • Friseurunterstufe am Dienstag
  • Friseurmittelstufe am Mittwoch
  • Friseuroberstufe am Donnerstag

Grundlage der inhaltlichen Ausgestaltung des Unterrichts ist der Lehrplan für die Fachklassen des dualen Systems der Berufsausbildung für den Bildungsgang Friseurin/Friseur. Dieser beschreibt für den berufsbezogenen Lernbereich innerhalb der drei Lehrjahre u.a. 13 Lernfelder. Diese Lernfelder sind von typischen Tätigkeiten der Friseurin/des Friseurs abgeleitet. Im Rahmen dieser Lernfelder arbeiten die Auszubildenden an berufstypischen, komplexen Aufgabenstellungen, den sogenannten Lernsituationen. Diese Lernsituationen sollen den Schülerinnen und Schülern ermöglichen fortschreitend selbstständig und eigenverantwortlich zu lernen. Wie sich die einzelnen Lernfelder über die drei Ausbildungsjahre verteilen, ist im Folgenden dargestellt:

Lernfeld 1: In Ausbildung und Beruf orientieren
Lernfeld 2: Kunden empfangen und betreuen
Lernfeld 3: Haare und Kopfhaut pflegen
Lernfeld 4: Frisuren empfehlen
Lernfeld 5: Haare schneiden

Lernfeld 6: Frisuren erstellen
Lernfeld 7: Haare dauerhaft umformen
Lernfeld 8: Haare tönen
Lernfeld 9: Haare färben und blondieren

Lernfeld 10: Hände und Nägel pflegen und gestalten
Lernfeld 11: Haut dekorativ gestalten
Lernfeld 12: Betriebliche Prozesse mitgestalten
Lernfeld 13: Komplexe Friseurdienstleistungen durchführen

Die Benotung dieser Lernfelder erfolgt mithilfe von Bündelungsfächern. In den einzelnen Ausbildungsjahren werden die Lernfelder zu den Bündelungsfächern „Pflege und Gestaltung“, „Farb- und Formveränderung“ und „Salon- und Kundenmanagement“ zusammengefasst (siehe Tabelle) und entsprechend gemeinsam benotet.

Berufsbezogener Lernbereich               

  • Pflege und Gestaltung
  • Farb- und Formveränderung
  • Salon- und Kundenmanagement
  • Fremdsprachliche Kommunikation (Englisch)
  • Wirtschafts- und Betriebslehre

Berufsübergreifender Lernbereich

  • Deutsch/Kommunikation
  • Religionslehre
  • Politik/Gesellschaftslehre
  • Sport/Gesundheitsförderung

Differenzierungsbereich

  • Mathematik

Der erste Teil der Gesellenprüfung findet nach 18 Monaten statt, der zweite und letzte Teil der Gesellenprüfung nach Beendigung der drei Jahre. Abgeprüft werden jeweils theoretisches Wissen und fachliche Fähigkeiten. Eine Verkürzung der Ausbildungszeit bei besonders guten Leistungen ist auf Antrag möglich. Weiter kann durch einen entsprechenden Notendurchschnitt und den Nachweis notwendiger Englischkenntnisse parallel die Fachoberschulreife (mittlerer Schulabschluss) erlangt werden.
Die Gesellenprüfungen Teil I und Teil II finden in den Fachräumen unserer Berufsschule statt.