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Nachrichtenarchiv 2016

Engel der Kulturen in Bocholt

Sonja Reinhold (rein) on 13.12.2016

, zuletzt modifiziert von Howy Huster am 27.02.2017 um 19:16

Ein interkulturelles und interreligiöses Kunstprojekt mit tatkräftiger Unterstützung
des Berufskolleg Bocholt-West

Kurz nach den Sommerferien wurde durch  Herrn  Jochen Methling –Integrations-beauftragter der Stadt Bocholt– die Frage an uns herangetragen, ob die Haus- wirtschaft des BK Bocholt-West  für das Kunstprojekt „Engel der Kulturen“ Engelwecken backen könnte. Engelwecken? Ja, also es handelt sich um den Umriss eines „Engels“, der mehr oder weniger zufällig aus der Skulptur der Künstler Carmen Dietrich und Gregor Mertens entstanden ist. 

Sieht man sich die Skulptur genau an, so erkennt man den Engel der Kulturen. Um diesen Engel in Teig abzubilden und abzubacken, existierten bereits einige, wenige Ausstechformen.

Dieses Kunstprojekt wurde bei der ersten Lehrerkonferenz des Schuljahres vorge-stellt und direkt nach der Konferenz wurden schon die ersten Ideen geschmiedet
- im wahrsten Sinne des Wortes! Kollegen aus der Metallabteilung baten um die Zeichnung des „Engels“ und setzten die Backform mit den Schülern der Mittelstufe der Konstruktionsmechanikern um. Spätere Rücksprachen mit Kolleginnen aus der Hauswirtschaft führten zu einer geringfügigen Verkleinerung der Form, um mehr Engel auf ein Backblech platzieren zu können. In einem weiteren Schritt wurden insgesamt 9 Backformen gefertigt, von denen 4 auch an das Gerburgisheim in Bocholt weitergegeben wurden. Auch dort wurden Engel gebacken.

Auch ein „3D-gedruckter“ Engel entstand, als Schlüsselanhänger. Fasziniert hatte die Schüler der Mechatroniker vor allem die klare, schlichte Form der Skulptur.

Eine weitere Umsetzung  fand im Religionsunterricht der Gestaltungstechnischen Assistentinnen und Assistenten statt. Ausgehend von den drei abrahamitischen Religionen erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler die Gemeinsamkeiten der Glaubensrichtungen und stellten sie in Form von verschiedenen, teilweise räumlichen Collagen dar. Die Skulptur tauchte in nahezu allen Präsentationen auf. Einige Collagen hatten einen eher interaktiven Charakter, andere wurden zusammen mit Musik präsentiert. Alle hatten jedoch die Betonung der gemeinsamen Wurzeln des Glaubens und den Wunsch nach Aussöhnung zum Thema.

Die Internationalen Förderklassen leisteten einen ganz eigenen Beitrag zu diesem interreligiösen Projekt: Sie hatten aus jeder Religion ein typisches Lied einstudiert. Gesang, mit dem sie ihren Wunsch nach Frieden und Versöhnung, aber auch Optimismus und Lebensfreude transportieren wollten.

Ja, und die Engel wurden in den Küchen des BK Bocholt-West gebacken. Die Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschulen Gesundheit und Soziales, sowie Ernährung und Versorgungsmanagement schafften es, die erforderlichen 200 Engelwecken zu backen. Angespornt vom guten Aussehen und der Aussicht auf das Erreichen der hohen Stückzahl verschwand ein Blech nach dem anderen im Ofen. Im 400er Trakt duftete es verführerisch nach Engelwecken, die dann am Abend an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kunstprojektes verteilt werden sollten.

Aber zunächst stand am 10.09.2016  die Präsentation der Handlungsprodukte in Gegenwart der Künstler Carmen Dietrich und Gregor Mertens auf dem Programm. Die Schülergruppen traten einzeln vors Publikum und stelltenihre Werke vor. Die Künstler hatten zahlreiche Fragen und entdeckten in der einen oder anderen Präsentation noch wieder völlig neue Aspekte. Es fand ein reger Austausch statt. Besonders fasziniert zeigte sich Gregor Mertens von den Möglichkeiten der Fertigung der Backformen,
die durch die Schüler der Mittelstufe der Konstruktionsmechaniker sehr praxisnah und gut verständlich präsentiert wurden.

Auch der Einsatz des 3D-Druckers zur Erstellung von Backformen in großen Stückzahlen wurde nach der Präsentation der Mechatroniker lebhaft diskutiert. Man vereinbarte den Austausch von Kontaktdaten. 

 

 

Am 15.11.2016 fand das Kunstprojekt in der Bocholter Innenstadt statt, leider bei sehr schlechtem, regnerischen Novemberwetter. Beginnend am historischen Rathaus wurde die Engelsskulptur durch die Stadt gerollt. An verschiedenen Punkten der Strecke fanden verschiedene Darbietungen statt, bevor die Veranstaltung am Benölkenplatz ihren Höhepunkt und dann auch Ausklang fand. Hier wurde der Engel als Bodenintarsie eingelassen. Gleichzeitig wurde ein neuer Engel erstellt. Der gesamte Benölkenplatz wurde stimmungsvoll erhellt durch Fackeln und Kürbislichter. Auch der gemischte Chor aus Infö-Klassen und Sozialassistenten des BK Bocholt-West untermalte die Aktion musikalisch mit seinem Gesangsvortrag. Anschließend wurden alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die Mensa des Benölkenplatzes gebeten, wo Tee und Engelwecken, die am BK Bocholt-West und im Gerbur-gisheim gebacken worden waren, zur Stärkung angeboten wurden.

 

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